EIN BEITRAG VON HELGE KLOOS
Agile Methoden haben sich als Game-Changer in der Projektarbeit etabliert. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Scrum und Kanban Teams dabei helfen, flexibel und effizient zu arbeiten, den Workflow zu optimieren und schneller auf Veränderungen zu reagieren. Lernen Sie, wie Sie agiles Projektmanagement in Ihrer Organisation erfolgreich umsetzen können.
Wie agile Methoden die Effizienz in Projekten revolutionieren können
Vor etwas mehr als 2 Jahrzehnten wurde von einer Gruppe von (Software-)Entwicklern das Agile Manifest verfasst, um den stark steigenden Veränderungsgeschwindigkeiten in Entwicklungsprojekten mit einem geänderten Mindset die Qualität und Zufriedenheit auf Entwickler- wie auch Kundenseite zu verbessern. Eine Mindset-Änderung ist immer ein Weg, der gegangen werden muss, der sich aber auch lohnen kann und das auf allen Seiten. Das Agile Framework hat in seiner Anwendung in reinen Software-Projekten inzwischen auch den Weg in die Entwicklung von cross-funktionalen Systemen gefunden und sogar auch im regulierten Umfeld einer 13485 konformen Entwicklung von Medizinprodukten wird immer häufiger nach agilen Prinzipien gearbeitet.
Was ist nun agile Entwicklung?
In agilen Frameworks wie Scrum, Kanban oder auch komplexen skalierbaren Ansätzen wie SAFe (Scaled Agile Framework) stehen die Prinzipien des Agilen Manifests – Flexibilität, Zusammenarbeit und iterative Prozesse – im Mittelpunkt. Allen diesen Frameoworks ist gemein, dass sie die Zusammenarbeit im Entwicklungsteam fördern und gleichzeitig den Kundenin den Fokus stellen und das ganze mit dem Ziel einvernehmlich zwischen Kunden und Team schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Das klingt wie ein Widerspruch ist aber eine wirkliche Chance.
Wie steigern agile Methoden die Effizienz und Zufriedenheit?
1.Kurze definierte Entwicklungszyklen (Sprints) mit direktem Stakeholder-Feedback.
Agile Methoden sehen kurze Entwicklungszyklen (Sprints) von häufig 2-4 Wochen vor, in denen einerseits die Verfügbarkeit des Teams stabil gehalten werden muss, sowie die zu erledigenden Aufgaben vor Beginn des Sprints klar definiert und zwischen Team und Stakeholder vereinbart worden sind. Das ermöglicht einerseits dem Stakeholder einen Fokus auf ihm wichtige Dinge zu legen und diese auch genau mit dem Team zu vereinbaren, gleichzeitig gibt es dem Team die Möglichkeit Aufgaben in diesem definierten Zeitfenster wie vereinbart zu erfüllen. D.h. der Stakeholder hat die Möglichkeit die zu erzeugenden Ergebnisse genau zu beschreiben und das Ergebnis am Ende vom Sprint dann auch zu sehen und das Team hat die Chance Aufgaben in diesem geschützten Zeitraum „in-time“ mit der vereinbarten Qualität zu erledigen.
2. Stärkere Teamzusammenarbeit
Im klassischen SW-getrieben Einsatz von agilen Methoden steht die Aussage im Raum, dass das Team ein gemeinsames Comittment für das zu erreichende Ergebnis abgibt. Das impliziert oft, dass man die Aufgaben nicht schon zu Beginn des Sprints den Teammitglieder zuordnet, sondern auf die Selbstorganisation im Team setzt. Wer freie Kapazitäten hat die nächste Aufgabe aus dem definierten Arbeitsumfangs zu nehmen, der nimmt sich diese Aufgabe mit dem Ziel das gemeinsame Team Comittment zu erreichen. Durch regelmäßige Meetings wie tägliche Stand-Ups bleibt jeder auf dem gleichen Wissensstand. Konflikte werden schneller gelöst, die Transparenz steigt, und die Zusammenarbeit verbessert sich nachhaltig. Teams, die sich stärker mit ihren Aufgaben identifizieren und erzielen dadurch bessere Ergebnisse. Agile Methoden fördern die von ten Teammitgliedern gewünschte Eigenverantwortung und Selbstorganisation.
3. Schnelle Reaktionen auf Veränderungen
Die kurzen Sprints mit den Feedback-loops der Stakeholder ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Missverständnisse in der Anforderungsdefinition sowie auch geänderte Wünsche und Prioritäten aus applikativer Marktsicht. Statt festgefahrener Pläne werden Aufgaben flexibel priorisiert, wodurch Zeit und Ressourcen effizienter genutzt werden können und das Produkt schneller mit dem gewünschten Funktionsumfang in den Markt gebracht werden kann. Was hier ein sehr schöner Nebeneffekt ist, ist die Tatsache, dass der Stakeholder bei Umpriorisierungen oder Neudefinition von Anforderungen automatisch in die Erklärung für Team kommt, warum diese Änderung vorgenommen werden muss. Was sich automatisch auch wieder auf die Team-Motivation auswirkt.
4. Höhere Qualität der Ergebnisse
Durch die zum Ende des Sprints stattfindenden Feedbackloops zu den präsentierten Ergebnissen findet die kontinuierliche Integration der Funktionalität ins Gesamtsystem statt und die Präsentationen mit der anschließenden Freigabe gleichen oft kleinen Abnahmetests und zeigen somit kontinuierlich den Qualitätsstand des entwickelten Produkts.
Die Herausforderungen der agilen Transformation
Auch wenn der Einsatz von agilen Methoden viele Vorteile bieten kann, ist der Umstieg nicht immer einfach. Wie einleitend beschrieben ist agile Arbeitsweise nicht nur die Anwendung eines Frameworks, sondern sondern vielmehr ein Mindset- / Kulturwandel, den die Organisation durchlaufen muss. Bei solchen Veränderungen tauchen oft Widerstände und Verwirrung innerhalb des Teams und der gesamten Organisation auf. Die ebenfalls vom Agilen Framework bereitgestellte Retrospective bietet da ein gutes Mittel sich direkt mit dem Team an die Lösung der entstehenden Probleme zu machen und Anpassungen an die Vorgehensweise zu machen.
Summary: Agile Methoden als Schlüssel zur Effizienz
Agile Methoden haben das Potenzial, Projekte grundlegend zu verändern. Sie ermöglichen es Teams, flexibler und kundenorientierter zu arbeiten, während sie gleichzeitig eine hohe Transparenz des aktuellen Entwicklungsstands bieten. Die inhärente kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsweisen im Team steigert Qualität und Zufriedenheit.
Der Weg zur Agilität mag nicht immer einfach sein, doch Unternehmen, die den Wandel umsetzen, profitieren langfristig: Sie sind besser gerüstet für die Herausforderungen einer dynamischen Welt und sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

